Es gibt sicherlich schönere Zeiten

Seit dem 28. Februar ist Lars nun schon in der Klinik. Ursprünglich nur wegen einer Medikamentenanpassung. Wir sind davon ausgegangen, dass dies in rund vier Wochen erledigt sein dürfte. Doch dann kam alles anders. Schon seit einigen Wochen treten bei ihm plötzlich Übelkeitsanfälle mit Erbrechen und ein allg. Unwohlsein auf. Aus diesem Grunde wurde er vor nun fast zwei Wochen in eine andere Klinik verlegt um dies neurologisch abklären zu lassen. Dort wurde u.a ein MRT des Kopfes durchgeführt und dabei mehr oder weniger zufällig festgestellt, dass er kurz zuvor einen Schlaganfall erlitten hat. Als mich diese Nachricht erreicht hat, ist mir fast das Herz stehen geblieben, dass könnt ihr euch wohl denken. Nun hat er -GOTT SEI DANK- keinen der typischen Schäden, wie Halbseitenlähmung oder Sprachstörungen davongetragen aber die Situation ist natürlich schon bedenklich. Während einer Langzeit -Blutdruckmessung wurde dann ein erhöhter Blutdruck festgestellt, der nun medikamentös behandelt wird. Aber hier wird auch eine Veränderung des Lebens vonnöten sein. Er hat ja schon vor Wochen mit dem Rauchen aufgehört und dieses auch konsequent durchgehalten (beneidenswert diese Disziplin und Stärke, oder??). Nur Bewegung an sich ist nicht sein allerbester Freund. Und hier muss sich definitiv etwas ändern. Momentan ist er wieder in seiner „Heimatklinik“, wo weiter an der Medikamentenanpassung gearbeitet wird und er gibt sich auch sehr viel Mühe, momentan wenigstens 10000 Schritte am Tag zu laufen.

Leider ist das mit seiner Übelkeit noch immer nicht besser und hier ist daher noch Abklärungsbedarf. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Ärzte dort (jedenfalls die Psychologen, die sich seiner in akuten Phasen angeschaut haben), ihn nicht wirklich ernst nehmen. Er ist soweit, dass er sich mitunter gar nicht traut etwas zu sagen, weil er Sorge hat, als Simulant abgestempelt zu werden. Ich habe ihm einfach geraten zur Not einfach jedesmal seinem Erbrechen auf dem Flur freien Lauf zu lassen, wenn dies regelmäßig entfernt werden muss, wird man sehen, dass dies nicht erfunden ist. Ich bin sicherlich kein Mediziner, habe aber mit einer rettungsdienstlichen Ausbildung schon gewisse medizinische Grundkenntnisse. Daher finde es sehr merkwürdig, dass in der jetzigen Klinik, nach der Entlassung aus der anderen, mit der Diagnose Bluthochdruck und der Verordnung eines neuen Medikamentes zur Senkung des selbigen, in der ersten Woche nicht einmal der Blutdruck regelmässig kontrolliert wurde. Und bei einer erneuten Langzeitmessung die von gestern bis heute stattgefunden hat, wurde ihm gesagt, er solle auch nicht immer auf das Gerät schauen um die gemessenen Werte zu sehen. What?? Jeder Hochdruckpatient wird angehalten, seinen Blutdruck regelmäßig selber zu messen (auch von der Hochdruck Liga empfohlen). Und es fehlt mir dort auch ein gewisses Engagement, der Ursache für die Übelkeit und für das Unwohlsein auf den Grund zu gehen. So verstehe ich nicht, warum er nicht zu anderen Fachärzten geschickt wird, wo Ursachen liegen können ( z.B. Orthopäde, weil er auch Probleme im Nackenbereich hat, der Augenarzt, der Ohrenarzt,..)

Ich bin derzeit in einer blöden Situation, zum einen weil ich selber nichts machen kann (außer natürlich für ihn da zu sein- aber das ist ja wohl klar, ich liebe ihn ja) und weil mich diese Untätigkeit der Klinik so wütend macht. Außerdem fehlt er mir – ich finde wir waren nun lang genug getrennt (wenn ich natürlich auch jeden tag bei ihm bin).

Na, heute hätte ich mich dann beinahe auch in der Klink wiedergefunden- nicht als Besucher sondern als Unfallopfer. Als ich heute eine grüne Fußgängerampel überquert habe, hat ein Autofahrer im höheren Alter (ich schätze ihn mal auf Mitte-Ende 70) die Bremse mit dem Gaspedal verwechselt und ist direkt auf mich zu gerast. Ich war so erschrocken, dass ich starr auf der Straße stehengeblieben bin, anstatt schneller zu laufen um aus der Gefahrenzone zu kommen. Es waren etwa zwei Zentimeter, die mich schlussendlich noch von seiner Wagenfront getrennt haben. Ich kann euch sagen, mir hing in dem Moment das Herz in der Hose. Und was macht der Herr? Grinst mich ganz breit an, sagt kurz ab „Tut mir leid“ und fährt weiter. Grrrrr ab einem gewissen Alter sollte dringend eine jährliche Überprüfung der Fahrtüchtigkeit vorgenommen werden!

Ihr seht, ich kann leider aktuell nichts Positives schreiben- aber ich baue darauf, dass bald auch wieder bessere Zeiten kommen.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!!

9 Gedanken zu “Es gibt sicherlich schönere Zeiten

  1. Es gibt Zeiten im Leben – und glaub mir ich habe schon einige hinter mir – die viel Kraft und Zuversicht erfordern. Ich könnte hier Beiträge darüber schreiben ohne Ende, aber ich habe für mich entschieden, dass solche persönlichen Angelegenheiten kein Thema in meinem Blog sein werden. Bei dir mitzulesen erinnert mich allerdings an vieles, was passiert ist und jederzeit wieder passieren kann. Leider fühlt man sich als Patient oder Angehöriger manchmal dermaßen hilflos, ohnmächtig oder gar „verarscht“, dass man verzweifeln könnte.
    Deshalb euch beiden viel Kraft und Durchhaltevermögen! LG, Sigrid

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  2. Oh je, das sind ja keine so tollen Nachrichten.
    Vielleicht doch mal mit den Ärzten Klartext reden? Aber oft kommt man ja gar nicht so weit. Lars soll bloß weiter auf eine Klärung der Ursachen bestehen und nicht nachgeben. Und dir weiterhin viel Kraft. Und Wachsamkeit … 😉
    Alles Gute und viele Grüße, Idgie

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  3. Unglaublich was da in der Klinik passiert.

    Ich habe festgestellt das man sich als Patient oder Angehöriger
    Selber um vieles kümmern muss oder die Ärzte auf gewisse Sachen hinweisen sollte .
    Ich wünsche Lars das es ihm bald besser geht und er wieder nach Hause zu dir kann.
    Und du lieber Ralf pass du auch schön auf dich auf .

    Gefällt 1 Person

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