Und plötzlich ist alles anders…

Übergewicht- und ich meine starkes Übergewicht, macht es nicht wirklich einfach, einen Partner zu finden. Ich rede hier aus leidvoller Erfahrung. Auch wenn in meinen Augen es nicht allein vom Äußeren abhängt, ob ein Mensch attrakiv ist, spielt natürlich die Optik bei der Partnersuche eine nicht ganz so kleine Rolle. Da nehme ich mich natürlich nicht aus. Ich habe die Hoffnung auf eine feste Partnerschaft in Zeiten meines höchsten Kampfgewichtes irgendwann aufgegeben. Zuviele Enttäuschungen und auch Boshaftigkeiten musste ich (und müssen sicher auch viele andere) gerade in diesem Gebiet einstecken. Und nun, in einer Zeit wo ich auf der einen Seite die Hoffnung aufgegeben hatte und auf der anderen Seite ich aber angefangen habe, mich selber wieder anschaulich zu finden, passiert etwas, was für mich eigentlich schon nicht mehr denkbar war. Ein Mann tritt in mein Leben, der in seinem Wesen, in seinem Denken, in seinem Humor aber auch in seiner Unvollkommenheit, Tollpatschigkeit und Verpeiltheit mir so unsagbar ähnlich ist, dass man meinen könnte wir wären aus einem Stück Holz geschnitzt-und bringt alles durcheinander. Er war es, der mich vor eingen Wochen angesprochen und mit Komplimenten überschüttet hat, die ich -ehrlicherweise- anfänglich sehr argwöhnisch betrachtet habe. Zum einen weil ich das in der Form sehr lange schon nicht mehr kannte und zum anderen auch der zweifelte ich anfangs an der Ernsthaftigkeit, wollte ich mich doch vor weiteren Enttäuschungen schützen. Nach vielem Hin- und Hergeschreibe, zunächst über das Internet, dann per WhatsApp war dann der Moment da, wo ich ihn zu mir eingeladen habe. Ich war vor dem ersten Treffen aufgeregt wie ein Kleinkind zu Weihnachten – und das mit 46 Jahren. Meine Gefühlswelt war nach dem ersten Abend total auf den Kopf gestellt, auch weil ich nach dem Auseinandergehen nicht genau wusste, wie er empfindet. Aber das sollte ich schon kurze Zeit später noch erfahren, denn auch bei ihm hatte es ZOOM gemacht. Und in diesem Moment sind in mir Bomben mit Glückshormonen explodiert, dass ich das nicht wirklich beschreiben kann. Sicherlich ist es aktuell noch ein zartes Pflänzchen, was gehegt und gepflegt werden will um zu wachsen, aber ich glaube, daraus wird sich etwas Großes  entwickeln. Jedenfalls ist etwas eingetreten, was ich in meinem Kopf schon in die Abteilung „Keller“ abgelegt hatte, in der Annahme es nicht mehr zu brauchen- ich habe mich verliebt. 😍 Da wollte ich schlank und fit werden und was bin ich nun? Zusätzlich glücklich! 😊

Am Mittwoch haben wir einen Kurztrip nach Holland gestartet. Eigentlich war nur der Besuch des Wochenmarktes in Wintersweijk angedacht aber es sollte noch ein Ausflug in meine Kindheit werden. Nach einem kurzen Bummel über den Markt, der aufgrund des Wetters nicht wirklich gut besucht war und auch das Marktangebot sich in Grenzen hielt, sind wir in einem ganz wunderbaren Antiquitätengeschäft eingekehrt. Diesen Laden muss man erlebt haben, wer dort nur klassische Antiquitäten wie Möbel oder Bilder erwartet wird positiv überrascht sein. In einem kleinen Häuschen, welches normale uralte Wohnbereiche aufweist, inkl. Plumpsklo,  sind Unmengen an Trödel aller Art liebevoll angerichtet worden. Habe hier mal ein paar Bilder und Videos, die aber nur einen kleinen Einblick geben. Wer in Winterswijk ist sollte es keinesfalls versäumen, dort einzukehren zum Stöbern, Staunen oder auch nur diese ganz eigene Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.



Als ich Kind war, hatten meine Eltern in Winterswijk einen festen Wohnwagen stehen. In den Sommermonaten waren wir praktisch dauerhaft dort. Mein Vater ist von dort morgens zur Arbeit gefahren und meine Ma und ich blieben vor Ort. Ich habe an diesem Campingplatz wunderbare Erinnerungen und wir haben am Mittwoch die Gelegenheit genutzt und sind diesen Campingplatz angefahren. Ich war zuletzt dort vor bestimmt 35  Jahren und war natürlich sehr gespannt.

Natürlich hat sich einiges verändert in all den Jahren, aber vieles auch einfach nicht. Selbst der Pool, in dem ich damals das Schwimmen gelernt habe war noch – praktisch unverändert- vorhanden.

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Auch wenn ich nicht ganz sicher unsere damalige Pazelle wiedergefunden habe, war es ein Moment voller wunderbarer Erinnerungen und eine kleine Zeitreise in meine Kindheit. 😀

Natürlich gehört zu einem Hollandbesuch auch ein Einkauf und eine typische holländischen Frikandel. Allerdings war mir bislang die XXL Variante unbekannt. Aber wir haben sie uns schmecken lassen. Und jaaaaa ich weiß, sie passt nicht wirklich aktuell in meinen Ernährungsplan- aber in dieser Woche war eben plötzlich alles anders. (Was nicht heißen soll, dass ich mein Abnehmprojekt nun schleifen lasse.)

Am Freitag habe ich auch wieder meine Arbeit aufgenommen, da es meinem Fuß zwischenzeitlich zwar noch nicht gut aber viel, viel besser geht. Und es war sehr angenehm, nach einem Arbeitstag gleich wieder ins Wochenende zu gehen- sollte immer so sein. 😉

Nachdem wir gestern auf einem 40. Geburtstag waren (ich war so etwas wie der Debütant der in die Gesellschaft eigführt wurde- es waren die Freunde von Lars) und  ich hier auch mal wieder etwas getrunken habe, bin ich heute ein wenig verkatert . Auch weil ich im Moment noch gar nicht zuhause bin, fällt wiegen heute aus. Ich traue doch keiner fremden Waage😉

Ich wünsche euch eine wunderbare Woche- bleibt gesund!

 

Mein lieber Scholli

Ich arbeite i.d.R. Freitags immer zuhause- Homeoffice zu Neudeutsch. Eigentlich genieße ich das auch sehr, denn so kann ich in der Früh schon meinen Wochenendeinkauf erledigen und muss mich nicht Samstag in das „wir-kaufen-den-Supermarkt-leer-Getümmel“ werfen. Nur gestern kam ich mir vor wie auf dem Rummelplatz. Ich wohne in einem kleinen Haus mit drei Mietparteien und unser Haus ist an das Einfamilienhaus meiner Vermieter angebaut. Eine nette Gemeinschaft, auch wenn ich meine direkte Nachbarin von nebenan hier eigentlich nie sehe. Nun wohnen wir in einem Gebiet, unter dem tatsächlich der Kohlebergbau noch aktiv ist. Zeche Prosper Haniel, die letzte aktive Zeche hier im Pott, baut unter uns noch kräftig Kohle ab. Das hat zur Folge, dass unser Haus von Bergschäden betroffen ist. Ich wohne nun seit acht Jahren hier (bin damals in den Neubau eingezogen) und seit dieser Zeit wurden bereits zweimal Schäden in der Wohnung beseitigt. i.d.R. immer Risse an den Wänden. Alle anderen im Haus, incl. meiner Vermieter, hat es jedoch mittlerweile ganz deftig getroffen. Bei denen sind nun neben den Schäden an den Wänden, überall die Bodenfliesen geplatzt. Nach zig Begutachtungen durch den Bergbau wurde nun beschlossen, die Schäden im gesamten Haus zu beseitigen. AUF EINMAL! Das bedeutet gestern sind alle meine Nachbarn ausgezogen. Sie wurden nun vorübergehend in andere, vom Bergbau zur Verfügung gestellte Häuser oder in Hotels untergebracht und werden dort nun die nächsten Wochen/Monate leben. Gestern fuhren hier im Minutentakt große LKW´s der Möbelspediton vor und haben alle Wohnungen und das Haus meiner Vermieter leer geräumt. Ich komme mir sehr verlassen vor. 😦 Vor allem befürchte ich, dass ich mich in den nächsten Tagen an das liebliche Geräusch eines Presslufthammers werde gewöhnen müssen. Hach, ich freue mich. 🙂

In dem Tumult gestern lief mir auch mein Vermieter über den Weg. Ihn sehe ich, im Gegensatz zu seiner Frau, sehr selten. So haben wir uns bestimmt drei-vier Monate nicht gesehen. Und das erste was er sagte war: „Mein lieber Scholli!! Sie haben aber mal reichlich abgenommen!“ Ist er nicht nett? 😉 Sowas geht ja runter wie Öl.

Heute Vormittag bin ich (schon wieder) Klamotten shoppen gewesen (der vor 14 Tagen ausgeräumte Kleiderschrank muss ja wieder gefüllt werden. 🙂 ). Und ich konnte mir Hosen zulegen, die sage und schreibe 5 (!) (in Worten: FÜNF!) Größen unter denen liegen, die ich noch im Januar getragen habe. Ich habe das Grinsen an der Kasse gar nicht aus dem Gesicht bekommen und die Verkäuferin von Charme & Anmut hat vermutlich angenommen, dass ich sie meinen würde. Ich kann Euch gar nicht sagen, was mir das momentan für eine gute Laune macht.

Vorgestern und gestern bin ich nach Feierabend mit dem Rad unterwegs gewesen, und wäre gestern dabei zweimal beinahe von Idioten, die beim rechts abbiegen nicht auf den Radweg geachtet haben, überfahren worden. Ich habe beschlossen, dass ich beim nächsten Mal nicht mehr bremsen werde, sondern denen gerne mal in die Seite fahre. Auch wenn ich reichlich Gewicht verloren habe, reicht es sicher noch aus, um die ein oder andere dicke Beule  zu verursachen. 🙂

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Nun sind es noch rund sechs Wochen bis zum Urlaub und ich kann es gar nicht abwarten, mich im Flieger wieder anzuschnallen (ihr erinnert euch – wenn nein, lest nach Wie alles anfing). Habe gerade meine Reisesachenpackliste schon einmal ausgedruckt, vorbereitet sein ist alles 🙂 Wenn bei vergangenen Reisen ja nicht nur ich, sondern auch stets mein Koffer Übergewicht hatte (was ganz schön ins Geld geht!) müsste ich dieses mal ja im normalen Bereich liegen. Kleinere Größen wiegen ja weniger! 🙂 Ich werde es sehen und Euch auf dem Laufenden halten.

Bleibt gesund!