Teilzeitdemenz- nicht zu unterschätzen

Am letzten Sonntag schien hier bei uns doch tatsächlich die Sonne🌞. Also haben wir uns gedacht- ausnutzen und etwas unternehmen. Schnell haben wir den Archäologischen Park in Xanten zum Tagesziel erklärt und uns gleich auf den Weg gemacht. Leider haben an dem Tag ungefähr 60 Mio Menschen ähnlich gedacht und so scheiterte der Besuch schon an der Parkplatzsuche. Also haben wir kehrt gemacht und uns zu einem Nachmittag in Moers entschieden. Da ich dort Freunde wohnen habe, habe ich diese von unterwegs kurz kontaktiert und wir haben uns spontan in einem Lokal zum Kaffee und Essen getroffen. Am Niederrhein war es übrigens alles andere als sonnig,  aber wir haben einen schönen Nachmittag im „Café del sol“ verbracht (wenigstens Sonne im Namen des Lokals ☀️).

Am Mittwoch in der Früh bin ich mal wieder zum Bäcker zum Brötchen holen gelaufen. Ein Spaziergang in der Früh finde ich äusserst angenehm. Als ich in einer Nachbarstrasse bin, geht an einem Haus die Türe auf und Kerstin (ihr erinnert euch vielleicht, die Frau, mit der ich vor Jahren mal im Spanischkurs gesessen habe, sie dann Jahre später im Fitnessstudio wieder traf und wohl ihren Namen wusste, aber keinen Schimmer hatte woher wir uns kannten) steht dort und verabschiedet ihre Tochter. Wir sehen uns an und es beginnt ein kurzer Smaltalk: Hallo, wie geht s? Alle gesund? Schönen Tag dir noch. Eben das an Gespräch, was man früh morgens so zustande bringt. Am Nachmittag bin ich dann im Fitty gewesen und kurz vor Beendigung meines Trainings kommt Kerstin rein, sieht mich, kommt freudestrahlend auf mich zu und sagt: „Hallo! Wie geht´s? Wir haben uns ja jetzt schon lange hier nicht mehr getroffen, dachte du hättest Dich abgemeldet!“ Ich war etwas verdutzt  und nahm an, das sie Spaß macht. Es zeigte sich aber, dass dieses Gespräch einen durchaus ernsten Charakter hatte. Ich sage also zu Ihr:“ Kerstin, Liebes, es ist gerade mal knapp  7 Stunden her, als wir uns vor Deiner Haustüre unterhalten haben.“ „Wie?“ sagt sie, „das warst Du heute Morgen?“ Ja Himmel, sehe ich denn in der Früh wirklich so anders aus??😱 Wir haben jedenfalls beide Tränen gelacht und ich bin beruhigt, dass dieses Phänomen der Teilzeitdemenz offensichtlich nicht nur mich befällt.

Und dann bin ich schlussendlich am Freitag noch ausgenommen worden- von der allerübelsten Sorte und vom eigenen Freund. Recht scheinheilig fragte Lars mich in den letzten Tagen irgendwann, ob ich Lust auf einen Spieleabend bei Freunden hätte. Da ich grundsätzlich sehr gerne spiele, habe ich natürlich gleich zugesagt. Ich fragte irgendwann nach, was wir denn spielen würden und bekam zur Antwort „Mensch ärgere Dich nicht“. Dies entlockte mir ein müdes Lächeln- dachte ich mir doch, dass bei diesem Brettspielklassiker  nix schiefgehen kann. Ja geschissen, wie ich dann leidvoll erfahren musste.☹️ Wir spielten um Geld (wenn auch nur um kleine Summen aber das an sich mache ich sonst eigentlich nie) und nach äußerst kuriosen Regeln, die- so mein Eindruck- sich auch minütlich änderten und/oder erweiterten und/oder angepasst wurden. Ich will das Wichtigste mal hier zusammenfassen:

  • Startgeld pro Spiel und Person: 2,00 EUR
  • Wirst du geschmissen: 0,20 EUR
  • Wirst du geschmissen, während du auf dem letzten Feld vor Deiner Homebase stehst: 1,00 EUR
  • Würfelst Du versehentlich, obwohl du nicht an der Reihe bist: 0,20 EUR
  • Übersiehst du die Möglichkeit, einen anderen Spieler herauszuschmeissen und bewegst stattdessen eine andere Spielfigut: 0,20 EUR

Haus und Hof habe ich prakrisch verloren, wenn ihr mich die Tage sucht- ich bin bei „der Tafel“ 🍽 und organisiere mir Essen für die nächste Woche.😢

Ach ja- und wer hat gewonnen und bekam das Grinsen den ganzen Abend nicht aus dem Gesicht? Mein Freund Lars! Mit einem Gurkeneinmachglas mit wenig Kleingeld ist er aufgetaucht und mit einem gut gefüllten Gurkeneinmachglas nach Hause gegangen. Für den nächsten Spieleabend bin ich vorbereitet, dass sollten eigentlich mal meine Brautschuhe werden.


Sporttechnisch war ich  auch in dieser Woche recht gut unterwegs. Allerdings habe ich in dieser Woche auch essenstechnisch recht gut (?) gelebt. 😳 Viel genascht und am Freitag beim Spieleabend gab es auch noch fette Pizza.

Am Freitag habe ich es sogar geschafft, dass durch all die Kraft, mit der ich in die Pedale des Ergometers getreten habe, dieses den Geist aufgegeben hat- sprich eine Pedale sich verabschiedet hat. Ja, kaputtmachen kann ich ganz gut 😁


Nun, die Nascherei musste sich ja rächen. Mein technisches Gewichtsanzeigeinstrument hat mir dann gerade die Rechnung präsentiert: Ein Plus von gut einem Kilo.😱😱😱

Die Waage geht zur Strafe jetzt erstmal auf „die stille Treppe“- da kann sie darüber nachdenken, was sie falsch gemacht hat.😁

Wünsche Euch eine charmante Woche und

bleibt gesund

 

 

4 Gedanken zu “Teilzeitdemenz- nicht zu unterschätzen

  1. Hallo Ralf, wie immer ein sehr kurzweiliger Beitrag. Dass du die Pedale kaputt getreten hast 😦 ist ja allerhand. Das erinnert mich an mein „Malheur“, aber da gingen die Pedale nicht kaputt, sondern fast das Knie …. s. Beitrag „Ausgebremst“.. Wären doch mal die Pedale davon geflogen!
    Diese Spielevariante „Mensch ärgere dich nicht“ kenne ich zwar nicht, finde sie aber recht pfiffig! Muss ich mir merken,ist eine tolle Variante.
    Dass du „zugelegt“ hast liegt sicher an deinem neuen „Beziehungsstatus“ 🙂 Es ist saumäßig schwer wenig zu essen, wenn man einen Partner hat, der ebenfalls gerne isst und schon beim Frühstück fragt, was es abends bzw. mittags gibt und sich außerdem nicht an ein paar Pfund zu viel stört. Da ist es nur gut, dass ich wenigstens immer darauf achte „WAS“ es gibt! Eine schöne, neue Woche wünsche ich dir, Sigrid

    Gefällt 1 Person

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