Telekommunikationsprobleme

In dieser Woche habe ich mich mit meinem Internet und Telefonanbieter auseinandersetzen dürfen- eine Geschichte, an der ich Euch gerne teilhaben lassen will.

Zu Beginn die Information, dass ich über einen DSL Anschluss der Firma 1&1 verfüge, über den ich auch telefoniere. Schon einige Jahre bin ich dort Kunde und war im großen und ganzen auch stets zufrieden. Anfangs gab es hier „auf dem Land“ nur die Möglichkeit mit einer 6000er DSL Leitung zu surfen wovon wir allerdings nur 3000 MBit erreicht haben. Im Laufe der letzten Jahre wurde aufgerüstet und mittlerweile kann ich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 000 MBits durch Netz rasen. Könnte ich…

Die Telekommunikationsfachkraft

– eine Geschichte in fünf Akten

Erster Akt

Es begann vor nunmehr vier Wochen, an einem Montagabend, als während eines Telefonats die Verbindung plötzlich abgerissen ist.Ein Blick auf meine FritzBox verriet mir: KEIN INTERNET. Naja, dachte ich, kann passieren und da etwas eine STunde später alles wieder lief, habe ich mich nicht weiter darum gekümmert. Doch schon am nächsten Abend, wie auch in den folgenden Abenden, brach jeden Abend- immer zwischen 19:00 und 21:00 UHr die Leitung wieder zusammen. Dies zog sich dann teilweise über Stunden hin. Diesmal machte ich natürlich unverzüglich eine Störungsmeldung. Dank der modernen Technik können die qualifizierten Mitarbeiter von 1&1 von der Ferne auf meine FritzBox zugreifen und bestätigten dann netterweise meine Meldung. Also wurde ein Technikertermin für den Freitag vereinbart. Dieser Techniker kam von der Telekom (denn die Leitungen gehören noch immer denen) und war sich schnell sicher, dass Problem gefunden zu haben. Ein gelockertes Kabel im Verteilerkasten (oder wie immer die heißen) am Ende der Straße. Er hat in meiner Wohnung noch ein paar Messungen vorgenommen und sich mit den Worten verabschiedet „Wieder alles i.O.“. Nun war es Nachmittag, als er zu Werk gegangen ist und was soll ich sagen- am Abend im bekannten Zeitraum brach das Netz wieder zusammen. Ich also am Samstagmorgen erneut 1&1 informiert. Dort erfuhr ich dann, dass der Techniker der Telekom angeblich bei mir eine Telefondose getauscht habe, was definitiv nicht stimmt- es sei denn er hat das in Lichtgeschwindigkeit verrichtet und eine Dose eingesetzt, die mit allen Macken, meiner zum Verwechseln ähnlich sieht. Das dies nicht stimmt, interessierte den 1&1 Mitarbeiter herzlich wenig. Ich wurde auf die kommende Woche vertröstet, erst dann könne man wieder mit der Telekom in Kontakt treten, es sei ja Wochenende und dann noch Pfingsten- also ein langes Wochenende. Wasblieb mir übrig als abzuwarten.

Zweiter Akt

Ab Pfingstmontag brach die Leitung dann komplett zusammen und die Internetverbindung kam gar nicht mehr zustande. Dieser Zustand hielt min.bis Freitag an. Da ich an dem Tag nach Leipzig gefahren bin, kann ich nur dies beurteilen. Ich machte natürlich wieder rechtzeitig Meldung und für den Montag drauf wurde mir dann erneut ein Techniker angekündigt, auf den ich bis heute warte.Ich vermute, dass ein Mann oder eine Frau in Dienstkleidung der Telekom bis heute wirr durch die Wälder Kirchhellens irrt und meine Adresse sucht. Sollte ihn jemand sehen- sachdienliche Hinweise nimmt jeder T-Punkt entgegen.


Als ich Sonntag von Leipzig zurückkam, funktionierte der Anschluss wieder – dachte ich. Aber wie gewohnt ab Montag zum Abend hin brach alles wieder zusammen. Ich also wieder bei 1&1 angerufen und mein Leid geklagt u.a. auch, dass ich den Telekommitarbeiter vermisse und mir Sorgen mache. Das interessierte die Herren von 1&1 aber auch nicht (eugentlich kein Wunder, er ist ja auch kein Mitarbeiter von ihnen). Nicht einmal entschuldigt hat man sich dafür- man ist das einfach übergangen.

Dritter Akt

Zwischenzeitlich sprach ich mit Nachbarn, nicht nur im Haus auch aus anderen Häusern in der Strasse und erfuhr, dass sie alle das gleiche Problem hatten. „AHA!“, dachte ich technisch unbelecktes Kind mir, somit liegt das gar nicht an Anschlüssen im Haus sondern an den Leitungen oder Servern der Telekom. Diese m.E. überaus wichtige Information teilst du mal gleich den Fachkräften von 1&1 mit, dann können die sich darum kümmern. Gesagt getan. Die Telekommunikationsfachkraft (TKF), die ich dann am Telefon hatte, hörte mir diesbezüglich gar nicht zu sondern teilte mir vielmehr mit, dass der Fehler an meiner FritzBox liege, diese müsse ausgetauscht werden. Ähhh, wie? Ich wiederholte meine überaus wichtige Information mit dem Ausfall in der gesamten Strasse und wieder sagte er: Ihre FritzBox ist defekt! Ich sagte ihm dass sie nicht defekt sei, ich aber zufällig eine zweite FritzBox im Schrank liegen habe. Diese könne ich ja fix anschliessen und dann sehen wir weiter. Gesagt- getan und siehe da auch diese FritzBox empfing kein DSL Signal. Und was sagt darauf die Telekommunikationsfachkraft ? „Ihre FritzBox ist defekt, wir tauschen diese aus“ Ich dachte ich brech zusammen.


Da ich zwischenzeitlich auf allen Kanälen (Facebook (öffentlich), Facebook (private Nachrichten) und per Telefon) mit 1&1 in Verbindung stand konnte ich nicht anders und habe dort öffentlich gemacht, dass ich gerne eine neue FritzBox anschliessen werde, dies aber wirklich nur, um der Telekommunikationsfachkraft eine persönliche Freude zu machen. Die neue Box traf Samstag ein. Sofort installierte ich sie und was geschah? Nix. Gleiche Problematik.Welch Überraschung! Ich informierte erneut 1&1 und bekam dann den überaus weisen Satz zu hören: „Dann war es nicht die FritzBox“.

Vierter Akt

Das Ganze zog sich mit zig Anrufen und Posts weiter hin. Ich weiß nicht wie oft ich darauf hingewiesen habe, dass die gesamte Strasse betroffen sei, bekam aber stets zu hören. Die Telekom hat keine große Störung gemeldet. (Ich vermute sie hatten einfach nicht die Zeit dafür, weil sie gemeinsam auf der Suche nach ihrem Mitarbeiter sind, der hier durch die Wälder irrt!)

Mittwoch bekam ich dann einen Anruf von 1&1 und der Mitarbeiter sagte mir dann: Es gäbe bei mir keine Störung in der Leitung. Er habe sie nun x-mal durchgemessen und die Verbindung stehe einwandfrei. Stimmt,  in dem Moment tat sie es auch- der Hinweis auf die abendlich auftretenden Störungen wurde wieder überhört. Aber er (die Telekommunikationsfachkraft ) habe nun die Störung (die es ja nicht gab!?) ausgemacht. Meine zweite Telefondose!! Soooo da hatten wir also den Verursacher- endlich. Das Problem ist nur, dass ich gar keine zweite Telefondose habe. Darauf wies ich ihn hin und er sagte mir doch tatsächlich: „Ich sehe das ganz deutlich bei meiner Messung, sie haben zwei Telefondosen.“ Ich sage „Ich sehe das noch viel deutlicher, weil ich mich in der Wohnung befinde und es gibt hier nur eine Dose“. Interessierte ihn nicht. Auch wenn ich mit dem Austausch der FritzBox in meiner Grundgüte der Telekommunikationsfachkraft eine Freude machen wollte, hatte ich nun nicht vor, zu seiner Freude auch noch eine zweite Telefondose einzubauen um dann festzustellen, dass sie a) nicht gebraucht wird und b) nicht Schuld am Problem ist.


Nach dem Tefonat bin ich erst einmal ins Fitty gegangen und haben meinen ganzen Frust im Krafttraining abgelassen. Am Mittwochnachmittag postete dann eine weitere Telekommunikationsfachkraft von 1&1 (die haben ja viele Telekommunikationsfachkräfte beschäftigt) unter dem entsprechenden Facebookeintrag (neben dem üblichen BlaBla,) er könne noch keine Veranlassung einer Lieferung der neuen FritzBox in seinen Unterlagen feststellen. Evtl. wäre dies ja nur eine Vermutung seines Kollegen gewesen. HALLO!? Diese nicht zur Lieferung veranlasste FritzBox war nun bereits den vierten Tag bei mir in Betrieb. Ich hätte danach schon wieder ins Fitty rennen können.

Fünfter Akt

Interessanterweise erfuhr ich von meinem Nachbarn unter mir, der Vodafone Kunde ist, dass er die Störung natürlich auch gemeldet habe und ähnlich von von den Vodafone-Telekommunikationsfachkräften behandelt wurde. Er musste zig Mal seinen Router neu starten und installieren und auch bei ihm wurde der Hinweis, das die gesamte Strasse betroffen sei, ignoriert. Zeigt mir, ein Wechsel-egal zu welchem Anbieter- wäre nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.Am letzten Montag hat ein, am anderen Ende unserer beschaulichen Straße wohnender Chirurg, der wohl persönlich mit einem „hohgen Tier“ der Telekom befreundet ist, diesen kontaktiert. Und siehe da- am Nachmittag standen min. fünf Autos der Telekom hier und Mitarbeiter von denen (ausgenommen dem Verirrten) bastelten an allen vorhandenen Kästen herum. Seit diesem Montag 16:00 Uhr funktioniert nun alles wieder (noch!).Am Mittwoch bekam ich dann noch einen Anruf von 1&1 und man teilte mir mir, dass die Störung nun behoben wäre und man mir die Montasgebühr für meinen Anschluss gutschrieben würde.

**ENDE**

Ich hatte gehofft, dass dieser Trouble viele, viele Kalorein verbrannt hat und mein Wiegeergebnis entsprechend ausfällt. Aber dem scheit leider nicht so zu sein. Aber ich habe mein Programm derzeit ja, wegen meiner Fußgeschichte, aktuell auf „Gewicht halten“ gestellt und das hat funkioniert. Ein kleines Minus von 300 g zeigte mir die Waage vorhin an. UNd allein darüber freue ich mich wirklich sehr!

Bleibt gesund!

 

9 Gedanken zu “Telekommunikationsprobleme

  1. Tja, soll ich dir ein Geheimnis verraten? Oder ganz viele? Aber ich wette, du weißt das eh schon alles…
    1. Es sind natürlich keine Telekommunikationsfachkräfte, sondern arme Schwei… äh, Menschen, die vom Arbeitsamt in die unwürdige Position eines Callcenter-Agent/in Inbound gezwungen wurden. In der Regel besitzen diese Menschen gar keine Ausbildung oder aber eine, die überhaupt nichts mit dem Job im Callcenter zu tun hat. Sie werden dann zwei Wochen „angelernt“, was konkret heißt, man bläut ihnen Standard-Vorgehen x ein, an das sie sich immer zu halten haben.
    2. Manchmal sind die Mitarbeiter nicht taub oder doof, sondern haben strikte Anweisung von oben, „allgemeine Störungen“ zu vertuschen, sprich so zu tun, als gäbe es keine Störung. In der Regel wissen aber alle Bescheid und sie wissen auch, dass sich irgendwo irgendwer drum kümmert, haben dann aber die undankbare Aufgabe, alle Frage- und Bittsteller abzuwimmeln.
    3. Da Inbound-Aufgaben in der Regel ausgelagert werden, hat das Callcenter nichts mit 1&1 oder Vodafone zu tun. Im witzigsten Fall saßen „deine“ 1&1-Ansprechpartner im selben Callcenter wie Vodafone-Mitarbeiter deines Nachbars – weil’s derselbe Outsourcing-Partner ist.
    4. Dasselbe gilt für Telekom. Die wenigsten Techis sind wirklich fest bei Telekom angestellt, sondern outgesourced. Du rufst also bei einem outgesourcten Callcenter-Anbieter an, um denen mitzuteilen, dass ein outgesourcter Techi einer anderen Firma verschwunden ist – kurzum: Es würde nicht mal die Telekom interessieren, wenn denen wirklich was zugestoßen wäre. Ist das nicht toll?
    5. Alle Beteiligten in diesem Spiel erhalten vermutlich gerade mal den Mindestlohn, müssen dafür aber 24/7-Bereitschaftsschichten (inkl. Wochenende/Feiertage, etc.) schieben – daher kommt das mangelnde Interesse an deinen eigentlich ernstzunehmenden Problemen.

    Na, ich sag mal: Hauptsache, es geht wieder (und bleibt hoffentlich auch lange so).

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      • Die Leute sind’s ja nicht selbst schuld. Sogar die berühmten Schlecker-Damen werden Zielgruppe solcher Callcenter sein. Callcenter haben nämlich das Motto „Jeder kann den Job machen, sogar ein Affe, wenn man ihn nur genügend trainiert.“

        Klar, du hast einen Vertrag und den muss das Unternehmen erfüllen. Wie, ist deren Sache.

        Ich wollte nur als – Ex-Betroffener – mal meine schützende Hand über die stets recht schnell verurteilten „Mitarbeiter-Endstücke“ in Callcentern halten. Die können die Scheiß-Organsation solcher Unternehmen nämlich genauso wenig beeinflussen, wie du 😀

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  2. Kleines Rätsel:
    Sitzt mit Kaffee im Bett und lacht laut und Tränen…Wer ist das?
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    .Riiiiiichtig! Eva liest Ralfs Blog über Telekommunikationsprobleme…

    Wenn ich in deiner Haut gesteckt hätte, wäre ich vermutlich irgendwann explodiert – oder implodiert – aber so konnte ich wirklich nur laut losprusten über so viel Blödheit, Ignoranz und was weiß ich noch alles.Solche Geschichten kann man nicht erfinden – und doch hören sie sich an wie von einem Cimedian geschrieben…

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  3. Wirklich „zum Mäuse melken“ solche Situationen. Kenne ich hauptsächlich von der Telekom, wir sind seit JAHREN bei 1und1 und läuft alles prima, auch die Umstellung online auf schnellere Geschwindigkeiten. Gibt’s nichts zu meckern.
    Mit Telekom hatte ich das letzte Mal zu tun als mein Sohn einen Telefonanschluss wollte als er zu Hause auszog. Es gab für ihn keinen Anschluss, weil angeblich keine Nummer frei war, auch kein Internet. Er musste darauf über ein halbes Jahr warten und es klappte auch erst dann als sich der Bürgermeister höchstpersönlich einschaltete, der die Problematik kannte. Viele neue Mitbürger durch neues Wohngebiet, aber nicht genug Leitungen (oder so).
    Toll, dass du nun endlich wieder deine Ruhe hast und ohne „Zusammenbrüche“ jedweder Art telefonieren kannst! Liebe Grüße!

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