Anspannen und Entspannen

Der große Mönchsvater Antonius lebte mitten in seiner Mönchsgemeinde am Rande der oberĂ€gyptischenWĂŒste. Einmal hatte er seine Mönche um sich versammelt, nicht zum Gebet, nicht zur Buße, nicht zum Gottesdienst, sondern einfach zu einem geselligen Beisammensein, zu einem gemĂŒtlichen Plausch. Da kam ein JĂ€ger vorbei und wunderte sich: „Da sieht man es mal wieder, typisch Mönche, stehen faul herum und arbeiten nicht!“ Antonius kam mit ihm ins GesprĂ€ch und forderte ihn auf, einmal seinen Bogen zu spannen. Der JĂ€ger gehorchte. „Viel zu wenig!“ rief Antonius, „Noch mehr spannen!“ Der JĂ€ger folgte einer zweiten und dritten Aufforderung, dann weigerte er sich: „Wenn ich noch mehr spanne, zerbricht der Bogen.“ „Genauso ist es mit dem Menschen“, sagte Antonius, „wenn er seine KrĂ€fte ĂŒbermĂ€ĂŸig anspannt, dann zerbricht er. Er muss entspannen, um anspannen zu können.“

Diese kleine Geschichte verwende ich gerne in Seminaren um Teilnehmer klar zu machen, dass man nicht stets „unter Strom“ stehen und arbeiten kann und das man sich auch einmal eine Auszeit nehmen sollte – nein muss. Jeder von uns kennt das, die Terminkalender sind voll – nicht nur mit beruflichen auch mit privaten Terminen, die uns nicht selten unter Druck setzen und Stress verursachen. Und oftmals ist der volle Kalender dann ein Grund, der uns hindert uns einfach mal eine Auszeit zu nehmen. Dies muss nicht stets ein Urlaub oder Wochenendtrip sein, dass kann auch einfach mal eine halbe Stunde Spazieren sein, oder sich auf die Parkbank setzen und die Natur genießen- einfach mal nichts tun. Den meisten Menschen fĂ€llt es wahnsinnig schwer, einfach mal nichts zu tun. Oder der volle Kalender wird als Vorwand genutzt um Dinge nicht zu machen, die einem gut tĂ€ten. Stichwort Sport (gerade bei allen die gerne abnehmen wollen). „Ich wĂŒrde ja gerne schwimmen/laufen/Radfahren ….gehen, aber ich habe dafĂŒr keine Zeit.“ Komisch, dass wir aber immer Zeit fĂŒr alles andere finden, was dann doch noch Platz im Kalender findet. đŸ€”

Meine letzte Woche war nicht so doll. Meinem RĂŒcken geht es von Tag zu Tag besser aber nachdem ich letzten Sonntag, nach der RĂŒckkehr aus Berlin, noch joggen war, hat sich erneut meine Patellasehne entzĂŒndet- diesmal links. Also habe ich die ganze Woche das Bein geschont, im BĂŒro stets hochgelagert, keine Treppen genommen und zuhause stets den KĂŒhlbeutel drauf. Das hat mich schon frustriert, da ich ja eh schon sporttechnisch in den letzten Wochen eingeschrĂ€nkt war. Am Freitag nach Feierabend war ich schmerzfrei und habe mich wie ein Irrer auf etwas Bewegung gefreut. Da es regnete, bin ich nicht laufen aber 60 Minuten auf das Steppbrett gegangen. Das löste gleich Sorge bei meinem MFP Mitstreiter AndrĂ© aus (danke ĂŒbrigens dafĂŒr!) aber der Sturkopf Ralf hat das durchgezogen. Und es tat gut. 

  
Dann das Wetter (man spricht ja gerne mal ĂŒbers Wetter😜), es ist doch nicht normal, dass wir im November Temperaturen wie im Sommer haben. 20 Grad waren es am gestrigen Samstag bei uns. Da kommt die die komplette Natur durcheinander, ich weiß gar nicht, mehr, ob meine MĂŒdigkeit von den körperlichen Vorbereitungen auf den Winterschlaf kommt oder ob ich einfach so mĂŒde bin. Auch die Eichhörnchen laufen hier wie blöd hin und her und sind nicht sicher ob sie ihre NĂŒsse fĂŒr den Winter nun verstecken mĂŒssen oder ob sie von ihnen schon vertilgt wurden, weil ja schon wieder FrĂŒhling ist. 

Ich jedenfalls habe bei den Temperaturen mein Wassereis doppelt genossen (natĂŒrlich erst, nachdem ich mich wieder ein StĂŒndchen auf dem Steppbrett betĂ€tigt habe 😊). Hier sollte ich euch ĂŒbrigens schon einmal vorwarnen, denn ich werde, wenn der aktuelle Vorrat nun aufgebraucht ist, auf einen kalten Wasereisentzug gehen. Ich rechne mit dem schlimmsten- SchweißausbrĂŒche, Zittern, Übelkeit, Halluzinationen…. Aber da muss ich durch, mal sehen, vielleicht komme ich ja in ein Methadonprogramm 😉

Heute in der FrĂŒh hĂ€tte ich zum schwimmen gehen sollen/wollen. Allerdings drĂ€ngt es mich derzeit mehr zum Joggen (wer hĂ€tte das vor einem Jahr geglaubt? Ich am wenigsten). Also um 6 Uhr die Laufschuhe angezogen und 5 KM gelaufen, davon gut die HĂ€lfte wirklich im Joggingmodus, der Rest -Walking. 

Die Waage hat dann zwar „nur“ ein Minus von 400g angezeigt aber ich freue m in auch darĂŒber sehr. Außerdem habe ich heute die Körperfettwaage betreten (was ich ja nur alle 1-2 Monate mache). Und ein Muskelaufbau von rund 2 KG hat mich richtig glĂŒcklich gestimmt. 

Jetzt genieße ich noch meinen Morgenkaffee und muss dann leider heute arbeiten. Aber es sind ja nur noch 45 Tage bis zum nĂ€chsten Urlaub, das baut auf 👍😎

Ich wĂŒnsche euch den schönsten Sonntag dieser Woche! 

Bleibt gesund!

10 Gedanken zu “Anspannen und Entspannen

  1. Die Story am Anfang ist gut und wahr. Und ich kann dir nur zustimmen in deiner EinschĂ€tzung – Zitat “ ……Da kommt die die komplette Natur durcheinander, ich weiß gar nicht, mehr, ob meine MĂŒdigkeit von den körperlichen Vorbereitungen auf den Winterschlaf kommt oder ob ich einfach so mĂŒde bin. Auch die Eichhörnchen laufen hier wie blöd hin und her und sind nicht sicher ob sie ihre NĂŒsse fĂŒr den Winter nun verstecken mĂŒssen oder ob sie von ihnen schon vertilgt wurden, weil ja schon wieder FrĂŒhling ist……. Zitatende.
    Gestern waren wir in der Stadt „Hansemarkt in Dortmund“ und man hĂ€tte im T-Shirt rum laufen können und irgendwie ist mein ganzer Organismus durcheinander. Im November ist man irgendwie schon auf kĂŒhlere Temperaturen programmiert, weshalb ich zur Zeit oft das GefĂŒhl von „FrĂŒhjahrsmĂŒdigkeit“ habe. Passt gar nicht zur Jahreszeit. Dir einen schönen Sonntag.

    GefÀllt 1 Person

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