Freitag der 13., der gar keiner war

Freitag hätte gut der 13. sein können. Irgendwie war in dem Tag der Wurm drin. Zunächst habe ich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag recht schlecht geschlafen und war bereits morgens um vier mopsfidel und hellwach. Bis halb sechs habe ich mich noch mit meinem Buch im Bett halten können, dann wurde es aber höchste Zeit, denn irgendwie hatte ich Hummeln in der Futt. Also- die Zeit nutzen und Sport machen. Seit meinem Einkauf vom Mittwoch habe ich mein Ziel übrigens noch einmal nach unten korrigiert, denn mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass ich auch das schaffen und erreichen kann. Im Januar, als ich mit der Umstellung angefangen habe, habe ich ja im Traum nicht daran geglaubt, dass ich acht Monate später fast 40 KG weniger auf die Waage bringe. Ich entschied mich Freitagmorgen für´s Laufen – also meinen Mix aus Walken und Joggen. Auch das wird von mal zu mal besser, denn die Joggingeinheiten werden mehr. Wenn ich danach auch noch immer japse wie ein Walross und schwitze wie….naja.


Aber ich besitze ja für den Sport zwischenzeitlich Funktionskleidung, die das Schwitzen erträglicher macht. Da es diese nicht in Größe „Zirkuszelt“ gibt, musste ich mit der Anschaffung warten, bis mein Astralkörper in die Standardmaße passte. Nachdem ich meine knapp 6 km lange Strecke absolviert hatte (die mich schon noch kräftig anstrengt) gönnte ich mir ein leckeres Frühstück und habe in Ruhe die Tageszeitung studiert (das ist ein Vorteil von Homeoffice). Danach dann den Rechner angeworfen und meine Amtsgeschäfte erledigt. Später, bin ich dann meinen Wochenendeinkauf erledigen gewesen und habe nach meiner Rückkehr die Einkäufe verstaut. Da ich vom Vortag noch eine Beachrichtigungskarte eines Paketdienstes in meinem Portemonnaie hatte, stand also noch ein Besuch bei der Abholstation an. Diese befindet sich in Bottrop, rund 10 KM von mir entfernt. Laut Benachrichtigungskarte – Abholzeiten Mo-Fr von 10:00 – 18:00 Uhr. Während ich vor nicht allzulanger Zeit dort noch mit dem Auto vorgefahren wäre, entschied ich mich als Neusportler heute für´s Rad. 10 KM hin – 10 zurück, dass passt schon, trotz deines Laufes vom heutigen Morgen. Also will ich mir Schlüssel und Portemonnaie schnappen und losdüsen. Wo ist mein Schlüssel?? An der Stelle, wo er normalerweise heimisch ist, befand er sich nicht. Leichte Panik stieg in mir auf, nachdem ich die halbe Wohnung und das Auto abgesucht hatte und nicht fündig wurde. Sämtliche Schlüssel befinden sich an dem Bund – was für mich bedeutet: Schlüssel weg = sämtliche Schlösser werden ausgetauscht. Dies habe ich mir dann gleich für Samstagvormittag vorgenommen. Ich mir also den Zweitschlüssel geschnappt und mich mit dem Rad auf den Weg zur Abholstation gemacht. Wenn man sich ärgert, fährt man übrigens schneller! 🙂 Dort angekommen schiebe ich meinen Abholschein über die Theke, in Erwartung nun mein Paket entgegennehmen zu können. Ja Pustekuchen, denn das Frollein vom Amt teilte mir mit, dass der Paketdienst mittlerweile eine Abholstation in Kirchhellen eröffnet habe und mein Paket dort auf mich wartet. Ich gestehe, dass ich mir den Abholschein nicht näher angeschaut habe, da ich seit Jahren in der Bottroper Filliale meine Pakete abhole. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich also wieder aufs Rad, die 10 KM zurück, vorbei an meinem Heimathafen und weitere 5 km Richtung Kirchhellen „Zentrum“ (also Dorfkern). Nun stehe ich vor dieser neuen Station und finde einen kleinen – nein- einen sehr kleinen Laden vor, der neben dem Paketdienst Shishas verkauft. Is mir bislang nie aufgefallen, der Laden. Jedenfalls ein Zettel an der Tür „Bin sofort zurück!“.


Gut, denke ich, ein kleiner Laden, wahrscheinlich nur ein Mitarbeiter, er oder sie wird mal eben austreten sein und hat den Laden verschlossen. Als nach 15 Minuten noch immer niemand da war, wurde ich etwas ungehalten. Zufällig fuhr in diesem Moment ein Lieferwagen des Paketdienstes vor und wollte nicht ausgelieferte Pakete hier hinterlegen. Meine Nachfrage bei dem Fahrer, ob er evtl. über eine Rufnummer des Ladenbesitzers verfüge, wurde bejaht. „So“ sage ich zu ihm, „dann kontaktieren Sie den Herrn oder die Dame mal bitte und informieren darüber, dass hier ein Kunde seit über 15 Minuten vor verschlossener Türe steht, und dessen Laune überhaupt nicht mehr als „gut“ zu bezeichnen ist“ Gesagt – getan und eine Minute nach dem Anruf tauchte aus der Nebenstrasse ein junger Mann -Anfang 20- auf der mit den Worten „Ich war nur kurz bei Kollegen“ dann endlich den Laden öffnete. Innerlich habe ich gekocht und wollte ihm gerne mal meine Meinung sagen. Ich entschied mich dann aber dafür, nachdem ich mein Paket in Empfang genommen hatte, ihn um einen Textmarker oder einen Kugelschreiber zu bitten. Als er mir diesem gab, markierte ich auf meinem Abholschein deutlich die angegebenen Öffnungszeiten, übergab sie ihm und sagte: „Da Sie ihre Arbeitszeiten offensichtlich nicht kennen, habe ich Sie Ihnen hier noch einmal deutlich gemacht. Ich bin sicher, dass sowohl der Paketdienst, den Sie hier vertreten, als auch andere Kunden es begrüßen, wenn Sie diese auch einhalten! Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag“ Mit diesen Worten verließ ich den Laden, ohne eine Reaktion abzuwarten.

Ab aufs Rad und nach Hause, wo hoffentlich noch niemand mit meinem verlorenen Schlüssel eine Wohnungsbesichtigung bei mir durchgeführt hat. Im Ganzen somit eine weitere Sporteinheiten von 20 KM Radfahren absolviert.

Am Abend beim Fernsehn überkam mich an dem Freitag dann ein Hüngerchen. Da ich meine Wassereisration (ihr erinnert Euch Wassereis ) und ein Stück Schokolade schon vertilgt hatte, entschied ich mich (oder besser entschied meine Kalorienvorgabe für den Tag) für Radieschen, die ich am Vormittag gekauft hatte. Ich greife also in das Gemüsefach meines Kühlschranks, entnehme die Radieschen und finde….meinen Schlüssel!  Ich bin manchmal einfach nur dusselig. Eigentlich hätte ich dort direkt einmal nachschauen sollen, denn mir fiel sofort wieder ein, dass ich vor Jahren schon einmal mein Portemonnaie gesucht habe und später im Gefrierschrank wiederfand.

Der heutige Sonntag begann wie immer mit Schwimmen. Danach dann wiegen und auch heut war die Waage nett zu mir. Mit -0,6 KG hat sie mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Somit habe ich aktuell 38,5 KH seit dem 12.01.15 verloren (ich möchte sie auch nicht wiederfinden- auch nicht im Gemüsefach!!).

Den Vormittag habe ich dann erneut für einen ausgiebigen Spaziergang genutzt und feststellen müssen, dass der Herbst mit großen Schrtten naht. Eicheln und Kastanien pflasterten meinen Weg.

Bleibt gesund!

22 Gedanken zu “Freitag der 13., der gar keiner war

  1. Da bin ich doch erleichtert. Als die Post in unserer Nähe in die daneben liegende Apotheke verschoben wurde (mit beachtlicher Service Reduktion) dachte ich nur die Schweizer spinnen.
    Nun Frage ich mich nur noch in welchem Land diese Schnapsidee erfunden wurde und gebe
    ausnahmsweise gerne euch den Vortritt.
    LG aus Zürich, Bernhard

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  2. Eine tolle Geschichte, die ich mit einigem Lächeln gelesen habe. Zum Zeitpunkt des Erlebens war sicher so Manches nicht so toll. Aber hinterher kann man sicherlich drüber lachen?
    Freitag der 13. kann übrigens auch ein Glückstag sein. Für mich war er zumindest mal einer, und ist es seitdem geblieben. Ist also, wie so oft im Leben, Erfahrungs- und Einstellungssache. An einem Freitag dem 13. spiele ich immer ganz bewusst Lotto. Hat zwar bisher nicht funktioniert, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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  3. Ich liebe deine Art zu schreiben, die ist so herrlich erfrischend. Übrigens besitze ich auch einen Astralkörper, vorhin erst öffentlich kund getan hahaha. Dein Gewichtsverlust seit Januar ist der Hammer, ich bin stolz auf dich! Egal ob das jetzt relevant ist oder nicht, ich bin es einfach. Deine Reaktion in der Shisha Bar/Postfiliale erinnert mich stark an mein eigenes Gebaren, ich hasse solche Momente und muss mich immer zügeln nicht unflätig zu werden. Grüße an deine brave Waage und das Gemüsefach. LG Chrissi

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  4. Das hast du wirklich toll geschrieben, konnte es mir Bildlich vorstellen! 🙂 übrigens der Freitag war nicht nur bei dir so! Ich war mit meinem kleinen beim Kinderarzt und habe die Helferin gebeten kurz meinen Kleinen zu halten, damit ich den Mutterkindpass in die Tasche geben kann. Gesagt getan. Ich nehme den Kleinen wieder und frage allen ernstes: „Habe ich jetzt meinen Mutterkindpass schon bekommen?“ dank des verwirrten Blickes der Dame, ist es mir dann klar geworden. *lach*

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