Blindes Vertrauen in die Nachbarschaft

Ich könnte mich kaputt lachen. Wie ich in einem anderen Blogbeitrag geschrieben habe, werden in unserem Haus derzeit Sanierungsarbeiten wegen Bergbauschäden durchgeführt. Daher wurden, außer mir, alle andern Bewohner für gewisse Zeit in anderen Wohnungen, Hotels und Häusern untergebracht. Meine Nachbarin von unten, eine ältere Frau, ist zwischenzeitlich wieder zurückgezogen. Nun haben wir hier bei uns, wie sicher bei vielen von Euch auch, ein Sammelsurium an Mülltonnen. Eine gelbe, eine blaue, eine braune und eine schwarze Tonne. Diese werden in unterschiedlichen Rhythmen geleert, die ich mir im Leben nicht merken kann. Normalerweise kümmert sich um das Rausstellen der Tonnen an den richtigen Leerungstagen stets meine Vermieterin -die Gute. Da sie aber derzeit auch nicht hier wohnt, muss ich das übernehmen. In der festen Überzeugung, dass heute die blauen Tonnen geleert werden, habe ich also unsere blaue Tonne am Abend nach vorne an die Strasse gezogen. Sämtliche Nachbarn im direkten Umfeld taten mir gleich, und karrten ebenfalls ihre Tonnen vor ihre Häuser.

Als ich am späten Nachmittag nach Hause kam und sah, dass die Tonne noch nicht geleert war, war ich schon etwas verwundert, denn eigentlich kommen die Herren der Stadtreinigung immer recht früh morgens. Meine Nachbarin von untern hat durch´s Fenster wohl mein verdutztes Gesicht gesehen und mich dann im Treppenhaus abgefangen um mir mitzuteilen, dass die blaue Tonne erst in der kommenden Woche geleert wird. Ich also die volle Tonne wieder zurück auf ihren Standplatz gezogen. Kaum bin ich oben, höre ich das Tonnenschieben der Nachbarn, die nun ebenfalls ihre Tonnen zurück hinter die Häuser holten. Mir zeigt das, dass niemand wirklich Ahnung hat, wann welche Tonne geleert wird und man sich nur blind auf die Nachbarschaft verlässt. Nun überlege ich mir, ob ich mir nicht einfach den Spaß mache und am Mittwoch, bevor ich fliege, die gelbe Tonne auf die Strasse stelle. Hier weiß ich zwar auch die Woche nicht, wann sie geholt wird, aber es ist stets ein Donnerstag, das weiß ich genau. 🙂IMG_1046Beim Dentisten hat sich heute ergeben, dass sich bei mir wohl eine Brücke gelöst hat. Dieses doofe Teil trage ich nun seit 15 Jahren, da sucht es sich zwei Tage vor meinem Urlaub aus, um sich zu lösen. Blödes Ding! Jedenfall muss diese nun einmal gänzlich runter. Da sich das andere Brückenende aber nun sowas von fest mit meinem Zahn verbunden hat, hat die Komplettentfernung heute Morgen nicht funktioniert. Dafür musste von einem Labor zunächst ein spezielles Instrument geordert werden. Also wurde ich für den Nachmittag erneut einbestellt. Als ich dann am Nachmittag wieder auf dem Stuhl saß und dieses martialische Folterinstrument gesehen habe, habe ich gesagt: Nicht mit dem Vatti! Jedenfalls nicht mehr vor dem Urlaub. Hier war meine Sorge zu groß, dass hier etwas schief läuft (und bei mir wird etwas schief laufen) und ich im Urlaub dann mit richtigen Schmerzen herumhänge. Ich ertrage also den aktuellen Schmerz nun bis in anderhalb Wochen und dann kann der Doc mir gerne den Kiefer zertrümmern. Den erhofften „Goldenen Zahn“ für meinen gefühlten 500.000. Besuch beim Zahnarzt habe ich dann leider doch nicht bekommen. 😦IMG_1048

Bleibt gesund!

11 Gedanken zu “Blindes Vertrauen in die Nachbarschaft

  1. Du fliegst? Mit einer gelockerten Brücke? Hoffentlich sind die „Trägerzähne“ dicht, sonst könnte das im Flieger ziemlich weh tun. :-\ Ich halt Dir feste die Daumen, dass dem nicht so ist!
    Und dieses Mülltonnenproblem haben wir auch. Grau, gelb, grün, braun… einige alle 2 Wochen, andere wöchentlich aber nur im Sommer, andere 4wöchentlich… Ist mir zu kompliziert…

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  2. Mich erinnert dein Zahnarztbesuch an meinen entzündesten Zahnnerv. Pünktlich zu meinen Zahnschmerzen war natürlich der Zahnarzt im Urlaub, vermutlich spielt er mit meinem Hausarzt ein Spiel: „Anrufe im Urlaub von Christian, wer hat mehr?“ Jedenfalls meinte dann die Vertretungsärztin der Nerv müsse gezogen werden, darauf sprang ich auch erstmal vom Stuhl! Die eigentliche Behandlung hatte sich dann aber als Kinderspiel herausgestellt im Vergleich was ich vorher aushalten musste…

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    • Ja, da sind Ähnlichkeiten 😀 Ich bin generell Zahnarztgeschädigt. Nicht weil ich Angst habe sondern weil ich von Januar 2013 bis Oktober 2014 durchgehend 1-2 Mal wöchentlich auf dem Stuhl saß, da bei mir alle möglichen und unmöglichen Komplikationen aufgetreten sind. Und da ich nun wieder mit sowas rechne, mache ich das nach dem Urlaub 😁😎

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