Freud und Leid an einem Sonntag

Hui, was für ein Tag. Nach dem sonntäglichen Schwimmen (es waren heute übrigens wieder 60 Bahnen) stand das wöchentliche Wiegen auf dem Programm. Und ja, ich habe es geschafft, die Waage lügt nicht (oder selten). Mit dem heutigen Tag habe ich 30,2 KG abgespeckt. Ein Feiertag für mich, ich freue mich weg. 🙂 Das erste Etappenziel ist somit erreicht.

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Nach einem Müslifrühstück habe ich mich dann noch aufs Rad gesetzt und wollte eigentlich nur eine kleine Runde drehen (also max. 15 KM). Da ich keine festen Strecken fahre, sondern immer der Nase nach und dort abbiege, wo ich denke das es nett zu fahren ist, bin ich heute an Orten gelandet, die ich nun gar nicht kannte. Irgendwann erreichte ich den Wesel-Datteln-Kanal und da ich weiß, das dieser an Hünxe vorbeikommt ( ein Ort, von wo aus ich die Strecke nach Hause einigermaßen kenne) bin ich diesen landschaftlich herrlichen Weg entlang des Kanals gefahren. Was mir nicht bewusst, war: Von dieser Radstrecke kommt man nicht so einfach zwischendurch wieder auf die Straße. Also fuhr ich und fuhr ich ohne auf Hünxe zu treffen, bis es mir zu bunt wurde und ich an einer Brücke, die dort hochführenden Treppen nutze,  um wieder auf eine Landstrasse zu landen. Die war mein Verhängnis, denn nun wusste ich nicht mehr wo ich war. 😦  Und wie ich schon einmal schrieb, habe ich null Orientierungssinn. Keine gute Ausgangsbasis, wenn man nach Gefühl weiterfahren will. Durch Waldlandschaften bin ich gefahren, in dem kein Mensch zu sehen war. Mal abgesehen von Gedanken wie „Was mache ich, wenn mir hier was passiert?“ Ich hätte nicht einmal jemanden dort hin lotsen können. Es wurde Minute um Minute einsamer. Bis ich plötzlich Waldhörner hörte, die das Halali anstimmten. Grandios Ralf, Du fährst gerade mitten durch eine Jagd und hast nicht einmal eine von diesem Neonwesten an. Vermutlich wirst Du nun von einem übereifrigen Jäger erschossen, der dich für einen Bären auf dem Fahrrad hält. (Ist doch möglich, aus dem Zirkus ausgebrochen oder so!)  Ich bin also dem Klang der Waldhörner entgegengefahren (weil an den Hörnern müssen ja Menschen hängen) immer in Bereitschaft, sobald ich jemanden sehe „Nicht schiessen!“ zu rufen. Die Jagd stellte sich dann aber als eine Goldene Hochzeit heraus, die im Garten eines völlig abgelegenen Waldhäuschen gefeiert wurde. Knapp dem Tode entrungen,  ließ ich mir von einem der Anwesenden den Weg Richtung Heimat erklären. Leider hatte ich wohl nicht mehr genügend Sauerstoff im Kopf, um mir alles zu merken. Was zur Folge hatte, dass ich irgendwann wieder falsch abgebogen bin. Und von dort an ging es stetig bergauf. 😦 Unglaublich wie viele „Berge“ es hier gibt. Meine Wasserration war zwischenzeitlich zu Ende und mir brannten, als ungeübter Bergaufradfahrer, die Oberschenkel wie Hölle. Als dann noch die ersten Regentropfen vom Himmel fielen, wusste ich, dass der liebe Gott mich nicht leiden kann. Das ich ihn in den nächsten Tagen mal in der Kirche besuchen gehe, kann er vergessen.

Irgendwann erblickte ich von weitem (von sehr weitem) die Kirchturmspitze bei uns im Dorf. Das ist ja ein Vorteil gegenüber der Stadt, dass man sehr weit gucken kann. Diese stets vor Augen habe ich dann noch einmal alles gegeben und bin dann von Regen und Schweiß durchnässt bei mir zuhause eingetroffen. Von der Strecke her waren es auch gerade mal knapp 40 KM (also eine Strecke die ich schon öfter gefahren bin) aber da gut 80% davon bergauf gingen, war ich fix und foxi. Schnell ein paar Nudeln gekocht (ich brauchte jetzt Kohlenhydrate), ein heisses Bad eingelassen und dieses erst verlassen, als die Finger schrumpelig wurden. Ich spüre schon jetzt, wie sich der Muskelkater vorbereitet um mir morgen einen fiesen Tag zu bereiten.

Aber…ich sage nur -30KG!! Da kann mir nichts den heutigen Tag versauen! 🙂

Bleibt gesund!

7 Gedanken zu “Freud und Leid an einem Sonntag

  1. Aaaalso, erstmal herzlichen Glückwunsch ob des Gewichtsverlustes. Echt klasse, was du geschafft hast.
    Aber nu mal zum lieben Gott. Der würde ich glatt fragen, warum du Erfindungen ignorierst (zu denen ER schließlich die Menschheit befähigt hat) wie Karten, Navis, Google Map etc…..
    Das ist doch nu wirklich nicht seine schuld, oder?
    Ach ja – im Übrigen lässt er sich überall anbeten, nicht nur in Gebäuden 😉

    (und noch eine Anmerkung, ein kurzer Blick in die Bibel genügt um zu wissen, dass man mit ihm auch schimpfen darf, jawoll ja, davon zeugen etliche Psalmen).

    In diesem Sinne…

    Ich hoffe, dass das Bad doch noch das schlimmste verhindert 🙂

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    • Danke dir für die Glückwünsche. Ich freue mich wirklich sehr.
      Was nun den lieben Gott angeht, da werde ich hier sicherlich keinen theologischen Diskurs eröffnen. Ich arbeite ja nun bei der Kirche (ja, wir sind die katholische Hilfsorganisation!) und bin, so glaube ich ich, auch recht Bibelfest. Von daher ist mir auch bekannt, dass ich mit ihm schimpfen darf, was ich schon oft genug getan habe. 😊 Aber Religion ist m.E. eine ganz persönliche Sache, die ich weder hier im Blog noch bei Facebook oder sonst wo zum Thema machen möchte. Verzeih mir das! 😉

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