Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

An meinen freien Samstagen habe ich mir angewöhnt, morgens zu meiner Mutter zu fahren mit ihr gemeinsam zu frühstücken und bei evtl nötigen Einkäufen oder sonstigem im Haus zu helfen. Sie ist zwar wirklich sehr fit und agil aber beim Wasserkistenschleppen hört es dann doch auf. Außerdem nutzen wir den Samstagmorgen immer zum netten quatschen. Ich mache dies so regelmäßig, seit mein Vater vor vier Jahren plötzlich und völlig unerwartet verstorben ist und ich mir damals große Sorgen um meine Ma gemacht habe, da sie eigentlich stets alle Unternehmungen gemeinsam gemacht haben. Ich hatte Angst, dass sie sich zurückziehen und ein einsames Leben führen wird. Gott sei Dank ist hier alles anders gekommen. Mittlerweile hat sie sich irgendwelchen Frauengruppen angeschlossen, geht zum Kegeln, macht Ausflüge und verbringt die grösste Zeit des Jahres in Ihrem Garten, in dem auch stets irgendwer zu Besuch kommt.

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Sie meistert ihr Leben grandios, ist mehr „auf Jück“ als ich es denn bin und ist für Ihre Enkel die beste Oma, die man sich vorstellen kann. Im März habe ich ihr zum Geburtstag ein Smartphone geschenkt (bislang nutze sie noch immer die Erstausgabe irgendeines Nokia Handys). Sie wollte unbedingt auch WhatsAppen, weil das ja alle machen und auch Ihre Patenkinder stets danach fragten. Auf der einen Seite habe ich mich natürlich gefreut, dass sie sich mit dieser neuen Technik noch auseinandersetzen will, auf der anderen hat meine Ma aber von solchen Dingen wie Smartphone, Internet und PC soviel Ahnung und Kenntnis wie ein Nacktmulch von Schönheit. Aber… no Risk no Fun! 🙂 Ich könnte Stories über die ersten Wochen schreiben als sie mich täglich anrief, weil sie wieder irgendetwas nicht verstanden oder durcheinander gebracht hat. Und das meiste hat mir Tränen vor Lachen in die Augen getrieben. Auch dafür liebe ich sie!

Aber ich schweife schon wieder ab…… Also heute ist Samstag und da meine Ma mit Ihrem Frauenclub übers Wochenende zu irgendeiner Tour unterwegs ist, musste ich also nicht früh los und dachte mir „heute schläfst Du mal richtig aus,  bleibst lange im Bett und schaust dann, was der Tag so bringt“. Aber in solchen Fällen schlägt mir mein Kopf und/oder Körper dann gerne mal ein Schnippchen. Glockenschlag vier Uhr dreißig (in Worten: VIER UHR DREISSIG) lag ich hellwach in meinem Bett. Stetes hin- und herwälzen und auch ein paar Seiten auf dem Kindl lesen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Also habe ich mich um 6.30 Uhr aufgemacht um ausser der Reihe (ihr wisst ja- sonst sonntags) ein paar Bahnen im Schwimmbad zu ziehen. Dort war es angenehm leer heute. Auf der Bahn neben mir ließ sich ein Mann meines Alters ins Wasser. Irgendwie war er mir von Anfang an unsympathisch, aber so lange er nicht ins Wasser pinkelt, ist mir das ja egal. Ich fing also an meine Bahnen zu ziehen. i.d.R. schwimme ich 40 Bahnen, seit zwei Sonntagen schaffe ich aber sogar 50. Aber da ja heute ein außer-der-Reihe Schwimmen war, war es mir egal, wie viele Bahnen ich schwimmen werde. Der Unsympath neben mir wollte mir wohl zeigen, wie man richtig (schnell) schwimmt und war sichtlich darauf aus, mich stets zu überholen und mir zu zeigen wie es geht. Ich konnte förmlich seine Gedanken lesen „der dicke Mann wird wohl kaum 4 Bahnen schaffen und gleich mit Schnappatmung am Beckenrand hängen“. Gearscht, sage ich da nur. Ich bin fröhlich meine Bahnen geschwommen, bis Bahn 30 hat er mitgehalten und ich habe mich heute selbst übertroffen und bin 60 Bahnen weggezogen. 🙂 Er hat dann ziemlich fix mit offenem Mund das Bad verlassen. Ach, tat das gut. Ich liebe es, wenn ich unterschätzt werde.

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Ich gestehe, ich war nach dem Schwimmen geschafft und wollte eigentlich nach einem herrlichen Frühstück den Tag nur noch genießen. Habe mich dann aber nach dem Frühstück noch aufs Rad geschmissen und bin (schon wieder) zum Erdbeerfeld gefahren (der Erdbeerpreis ist übrigens heute bereits um 10% gefallen!) und zwar „Jan- Ulrich-like“.

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Als ich wieder zuhause war, war ich nassgeschwitzt und völlig im Eimer.

Nach einem leichten Mittagessen bin ich dann noch meinen hausfraulichen Verpflichtungen nachgekommen und habe mich dann für den Rest des Tages zum entspannen entschieden. 🙂

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Nun, ungeplant habe ich so  heute zwei Sporteinheiten eingeschoben, die mir ein hervorragendes Kalorienpolster für heute verschafft haben, so dass ich überlege am Abend ein Gläschen Wein zu trinken.

Carpe diem!

4 Gedanken zu “Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

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